Wissenschaftliche Arbeiten und KI an der HSG – Was erlaubt ist und worauf du achten solltest
- vor 3 Tagen
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Du schreibst deine erste Arbeit an der HSG und hast von den Geschichten gehört: KI = Plagiat? Eine 1 dank ChatGPT? Oder dein Dozent verbietet dir KI zu nutzen? Was nun? Inwiefern darfst du KI einsetzen und wo sind die Grenzen?

Der Einsatz von KI bei wissenschaftlichen Arbeiten an der HSG ist grundsätzlich erlaubt, solange die wissenschaftliche Eigenleistung erhalten bleibt und der KI-Einsatz korrekt deklariert wird. Dozierende können den KI-Einsatz nicht pauschal verbieten, sie können aber zusätzliche Vorgaben machen. So kann es beispielsweise sein, dass du deine Prompts oder KI-Outputs einreichen oder den KI-Einsatz genauer dokumentieren musst. Deshalb lohnt sich immer ein Blick ins Veranstaltungs- oder Prüfungsmerkblatt sowie auf ergänzende Informationen deiner dozierenden Person.
Wie du gemäss der Universität St.Gallen KI einsetzen darfst, findest du im Studentweb unter Schriftliche Arbeiten > Arbeiten mit KI. Es empfiehlt sich vor dem Verfassen deiner ersten Arbeit diese Punkte einmal genau durchzulesen und zu beachten, damit du auf der sicheren Seite bist.
Nachfolgend findest du die wichtigsten Punkte welche die HSG zum Einsatz von KI beim Verfassen von Schriftlichen Arbeiten nennt zusammengefasst.
KI für wissenschaftliche Arbeiten: Was ist erlaubt?
Die HSG erlaubt den Einsatz von KI unter anderem für folgende Zwecke:
Ideenfindung und Inspiration als Ausgangspunkt für eigene Überlegungen.
KI-generierte Texte oder Bilder als Untersuchungsgegenstand einer Analyse.
KI-generierte Bilder oder Grafiken zur Illustration.
Datenanalyse, Programmierung oder andere Forschungsmethoden, sofern der KI-Einsatz transparent gemacht wird.
Transkription von Audio- oder Videomaterial.
Übersetzungen zum eigenen Leseverständnis.
Übersetzungen im eigenen Text.
Sprachliche Überarbeitung des eigenen Textes (Grammatik, Rechtschreibung, Stil).
Paraphrasieren fremder Texte, sofern die Aussage erhalten bleibt und die KI-Nutzung korrekt deklariert wird.
Was ist nicht erlaubt?
KI nutzen, ohne den Einsatz korrekt zu deklarieren.
KI als Quelle für Fakten oder wissenschaftliche Erkenntnisse verwenden.
Inhalte übernehmen, ohne sie selbst kritisch zu prüfen.
Fremde Texte mit KI paraphrasieren, ohne die KI-Nutzung korrekt anzugeben.
Vertrauliche, personenbezogene oder urheberrechtlich geschützte Daten ohne Einwilligung in KI-Tools eingeben.
Nun fragst du dich wahrscheinlich: Wie kannst du KI beim Schreiben nutzen, ohne ein Plagiat zu riskieren?
Keine Sorge: KI zu nutzen macht deine Arbeit nicht automatisch zu einem Plagiat. Entscheidend ist, wie du sie nutzt. Wenn du KI als Unterstützung verwendest, alles kritisch überprüfst und sauber deklarierst, bist du auf der sicheren Seite. Hier sind unsere besten Tipps:
Worauf solltest du achten?
Vermeide Gedankenstriche: Gedankenstriche sind zwar kein Beweis für KI, kommen aber in KI-generierten Texten sehr häufig vor. Versuche sie so gut es geht zu vermeiden und benutze Kommas.
Schau, dass keine deutschen "ß" im Text sind: KI-Tools wie ChatGPT schreiben meist mit deutscher Rechtschreibung. An der HSG gilt die Schweizer Rechtschreibung – also immer ss statt ß.
Schreibe wissenschaftlich, aber nicht überkompliziert: KI neigt dazu, unnötig akademische Begriffe zu verwenden. Wörter wie Operationalisierung, Konzeptualisierung, Implikationen, Determinanten oder Paradigma wirken zwar wissenschaftlich, sind aber nicht immer nötig. Verwende Fachbegriffe nur dort, wo sie inhaltlich wirklich passen und wo du sie selbst auch benutzen würdest. Ein klarer und präziser Schreibstil überzeugt meist mehr.
Vermeide typische KI-Formulierungen: Wörter wie zudem, darüber hinaus, folglich oder dementsprechend kommen in KI-Texten häufig vor. Variiere deine Sprache und passe den Text an deinen eigenen Schreibstil an.
Nicht jeder Satz braucht drei Adjektive: KI liebt Formulierungen wie «klar, strukturiert und effizient» oder «nachhaltig, innovativ und zukunftsorientiert». Das ist nicht falsch, sollte aber nicht in jedem zweiten Satz vorkommen.
Achte auf deinen Schreibstil: Wenn einzelne Abschnitte mit KI geschrieben werden und plötzlich ganz anders klingen als der Rest deiner Arbeit, fällt das auf. Und ja, es ist verlockend, am Schluss alles fürs Fazit von ChatGPT zusammenfassen zu lassen. Genau dort fällt ein Stilbruch oft am meisten auf.
Quellen, Quellen, Quellen: KI kann Quellen erfinden oder falsch wiedergeben. Kontrolliere deshalb jede Quelle und jede Aussage, bevor du sie übernimmst. Wenn du keine Quelle angibst, beispielsweise im Fazit, schaue darauf, dass du die Aussagen 100% selber verfasst. Wenn du keine Quelle hast, schreibe zudem lieber «annehmend». Beispielsweise: daraus lässt sich schliessen..., es kann angenommen werden, dass... oder daraus lässt sich ableiten dass… Dies deutet auf deine eigene Interpretation hin.
Gendern nicht vergessen: KI-Texte gendern oft nicht automatisch. Wenn du in deiner Arbeit genderst, solltest du dies auch in KI-generierten oder KI-überarbeiteten Texten konsequent anpassen. Wenn du mit dem Doppelpunkt (:) genderst und dies überall einheitlich umsetzt, wirkt der Text persönlicher und weniger wie ein unveränderter KI-Output.
Nicht einfach Copy-Paste: Übernimmst du Text direkt aus einem KI-Tool, werden häufig andere Anführungszeichen («…», „…“, "...") oder Apostrophe eingefügt als im Rest deiner Arbeit. Kontrolliere deshalb nach dem Einfügen immer die Formatierung und passe Anführungszeichen, Apostrophe sowie Abstände an, damit dein Dokument einheitlich aussieht. Überarbeite den Text deshalb immer selbst und prüfe am Schluss die Formatierung.
Vorsicht beim Vereinfachen und Zusammenfassen: KI verändert beim Vereinfachen oder Zusammenfassen manchmal unbemerkt den Inhalt. Fachbegriffe werden durch allgemeinere Wörter ersetzt, wichtige Einschränkungen gehen verloren oder Aussagen werden zu stark vereinfacht. Vergleiche den KI-Output deshalb immer mit dem Original und überprüfe, ob die Aussage noch das selbe aussagt.
Lieber zu viel deklarieren als zu wenig: Ein sauber geführtes Hilfsmittelverzeichnis kann dir viel Ärger ersparen. Je nach Dozent reicht eine allgemeine Deklaration, andere möchten zusätzlich Prompts oder Screenshots sehen.
Beispiel einer einfachen Deklaration
Tool | Anwendungszweck | Anwendungsbereich |
ChatGPT | Verbesserung der Satzstruktur und Finden von Synonymen | Arbeitsübergreifend |
Claude AI | Finale Korrektur auf Grammatik und Rechtschreibung | Arbeitsübergreifend |
Beispiel einer ausführlichen Deklaration
Tool | Anwendungs-zweck | Prompt | Beweis | |
ChatGPT | Sprachliche Überarbeitung | Du bist ein Studierender an der HSG und schreibst eine wissenschaftliche Arbeit im Kurs «[Kursname]». Überarbeite den Text sprachlich. Verbessere nur Grammatik, Rechtschreibung, Satzstruktur und Lesefluss. Verändere keine Inhalte und füge keine neuen Informationen hinzu. | Screenshot der Konversation | |
Claude AI | Finale Korrektur | Lies meine Arbeit vollständig Korrektur. Erstelle eine Liste seitenweise mit allen gefundenen Fehlern. Gib für jeden Fehler die Seite, die Fehlerstelle, die Fehlerart (Grammatik, Rechtschreibung, Zeichensetzung, Formatierung oder Stil), einen Verbesserungsvorschlag und eine kurze Begründung an. Nimm keine Änderungen direkt im Text vor und verändere den Inhalt nicht. | Screenshot der Konversation |
So promptest du richtig:
Ein wichtiger Punkt beim Einsatz von KI ist auch das richtige Prompten. Schreibe nicht einfach «Schreibe das besser.» Je mehr Informationen du der KI gibst, desto besser kann sie dich unterstützen. Gib der KI eine Rolle, erkläre den Kontext und sage genau, was sie tun und vor allem nicht tun soll.
❌ Schlechter Prompt
Schreibe diesen Text besser.
✅ Besserer Prompt
Du bist ein Studierender an der HSG und schreibst eine wissenschaftliche Arbeit im Kurs «[Kursname]». Überarbeite den folgenden Text sprachlich. Verbessere ausschliesslich Grammatik, Rechtschreibung, Satzstruktur und Lesefluss. Verändere keine Inhalte, füge keine neuen Informationen hinzu und behalte einen wissenschaftlichen, aber verständlichen Schreibstil sowie die Schweizer Rechtschreibung (ss statt ß) bei.
Zum Schluss noch etwas Wichtiges
Wenn du dir unsicher bist, gilt immer: Lieber einmal mehr umformulieren als einen KI-Text einfach übernehmen.
Solange du den Einsatz von KI korrekt deklarierst, alle Quellen überprüfst, keine erfundenen Informationen oder Quellen übernimmst und die wissenschaftliche Leistung von dir kommt, musst du kein Plagiat befürchten.
Du brauchst Unterstützung?
Falls du weitere Fragen zur KI-Nutzung hast oder Unterstützung beim Schreiben deiner Arbeit brauchst: Melde dich gerne bei uns, wir unterstützen dich gerne!











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